Mein "Russlandfeldzug"

 

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Wenn man vier bis sechs Monate in einem fremden Land sein wird, stellt sich nat?rlich die Frage nach der Unterkunft. Schlie?lich will man ja nicht die ganze Zeit unter einer Br?cke schlafen, oder frieren.
Wo also wohnen? Die offensichtlichen M?glichkeiten sind Wohnung, Wohnheim, Gastfamilie oder WG. Aus zuverl?ssiger Quelle wei? ich, dass WGs in Russland sehr un?blich sind und dass Gastfamilien wohl auch eher nicht aufzutreiben sein werden. Bleibt die Gretchenfrage folglich: Wohnung oder Wohnheim.
Herr Schilling vom Institut f?r Luftfahrtantriebe ist ja gerade in Samara, und er wohnt jetzt in einer Wohnung. Anfangs war er im sogenannten "Uni-Hotel" untergebracht, f?r 400 Rubel (ca. 12 Euro) die Nacht - und durfte sich dann mit sechs bis zehn Leuten Waschbecken, K?che, Dusche und Toilette teilen. F?r 360 Euro im Monat. Komfortabel ist was anderes...
Die Wohnheime kosten auch 400 Rubel - allerdings im Monat. Nun muss man nicht Prophet sein, um zu erahnen, was das bedeutet. Um mich dennoch zu versichern, habe ich mit einigen Wohnheimsbewohnern gesprochen (ICQ sei Dank...). Heraus kam, dass man ?blicherweise mit einer bis drei Personen auf einem Zimmer wohnt, Bundeswehr l?sst gr??en. Und mir wurde nahegelegt, nicht ins Wohnheim zu ziehen, "wenn ich mit dem Trinken nicht aufh?ren k?nne". Hei?t wohl: Vodka bis zum Abwinken. Weil es sich sonst nicht ertragen l?sst?
Schnelleren Anschlu? findet man nat?rlich, wenn man in ein Wohnheim zieht, immerhin ist man da umgeben von Leuten. Eine Wohnung kostet ab 200 Euro im Monat und birgt die Gefahr, dass man sich darin verkriecht, was gar nicht gut w?re. Daf?r kann ich G?ste unterbringen, von denen ich ja immer noch hoffe, dass sie kommen.
Was also tun? Schwierig...
3.6.05 10:11


Einige Neuigkeiten!

Zum einen, ich habe mein Stipendium bewilligt bekommen! Hat ja ziemlich lange gedauert, und die Leute vom Land m?chten binnen vier Wochen nach Ablauf des Stipendiums einen Erfahrungsbericht von mir haben. Das w?re prinzipiell kein Problem, aber da ja das Stipendium schon im Januar endet, bin ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht wieder aus Russland da... muss es dann wohl dort schreiben und per mail schicken, ich werde das rausfinden. Auf jeden Fall freue ich mich total, dass man mir so hilft!

Dann habe ich mich in Wohnungsdingen entschieden: das Wohnheim ist's. Ich habe mit einem Vorg?nger von mir gesprochen, der auch ein halbes Jahr dort war und die ganze Zeit im Wohnheim gewohnt hat. Er hat gesagt, dass es nicht nur ertr?glich ist, sondern auch eine echt tolle Sache, und ich lasse mich gerne von sowas ?berzeugen. Einzelzimmer ist ger?chteweise kein Problem, ich hoffe, das stimmt dann auch. Und das beste: vom Wohnheim vom Arbeitsplatz sind es nur 500 oder so Meter. Bedenkt man, dass ?ffentliche Verkehrsmittel in Russland spottbillig sind, so mag man glauben, dass das so der Riesenfaktor nicht sein kann, aber bedenket die Temperaturen! -10 Grad, und das an den guten Tagen! Da freut man sich doch, wenn man von einem Raum in den anderen kommt, ohne, dass man verschiedene K?rperteile an V?terchen Frost verliert. Ein Bild hat er mir auch geschickt vom Wohnheim, aber das liegt auf meinem Rechner auf der Arbeit... muss ich mal hochladen in den n?chsten Tagen.

Ja, und dann ist da nat?rlich die Arbeit, der Grund, warum ich nicht zum Russisch lernen komme (neben meiner augepr?gten Faulheit nat?rlich!)... ich habe den Seminarvortrag ?ber meine Studienarbeit gut rumgebracht, und jetzt muss ich "nur noch" die Arbeit selbst schreiben. Klingt harmlos, aber ihr alle habt das Wetter gesehen, und was soll ich sagen? Mein Wirkungsgrad sinkt mit steigender Temperatur rapide ab, dementsprechend war diese letzte Woche insgesamt wenig hilfreich.

Als letztes... Mittwoch war mein Nachmieter hier, hat sich die Wohnung angeschaut und sofort zugeschlagen. Nun ist das nat?rlich eigentlich nichts tolles, aber doch etwas, dass einem zeigt dass es langsam ernst wird.

In T minus drei Monaten und 19 Stunden sitze ich im Flugzeug nach Prag...
25.6.05 23:49





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