Mein "Russlandfeldzug"

 

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Es geht los!
Wir sehen uns auf der anderen Seite!
19.1.07 17:17


Soooooooooo... seid ihr alle da?

Wäre toll, wenn jeder, der noch da ist, mir mal eine kurze Email schreiben würde, damit ich
a) weiß, wer hier noch folgt (beziehungsweise das Abo noch hat) und
b) ihm/ihr eine kurze mail mit der Adresse zum neuen Blog schicken kann.

Soweit erstmal.
18.1.07 16:30


Gepäckermittlung. (Beachtet das "ä" - ich bin wieder mit einer anständigen Tastatur ausgestattet!) Das ist ja etwas, was normalerweise nur andere passiert, dass das Gepäck verschütt geht. Nun kann auch ich eine Geschichte dazu erzählen. Aber fange ich doch einfach mal vorne an!

Am Sonntag stand zunächst ein "alles entscheidendes Entscheidungs-Schachspie Deutschland gegen Tschechien" auf dem Programm, ausgerufen von Michal, um den Stand von 90 zu 34 irgendwie doch noch zu kompensieren. Am Ende stands dann 91 zu 34, richtig funtioniert hat das also nicht... Im Anschluss habe ich mich auf zum Bahnhof gemacht, um Slava und seine Mutter in Empfang zu nehmen. Beinahe hätten mir die russischen öffentlichen Verkehrsmittel einen Strich durch meine deutsche Pünktlichkeit gemacht, aber auf die Sekunde genau gleichzeitig mit dem Zug kam ich dann doch noch rechtzeitig. Ein wenig Wiedersehensfreude später machten wir uns dann alle (es war eine größere Versammlung) auf zum Wohnheim. Später an dem Tag bin ich dann noch mit Slava Pizza essen gegangen. Ich bin wirklich sehr froh, dass wir uns noch gesehen haben. Wenngleich es sicher nicht das letzte Mal gewesen ist, das haben wir uns versprochen.

Dann habe ich noch eine Stunde oder so im Wohnheim rumgesessen (erst bei mir, dann bei Vitalii), bevor er, Michal und ich von einem Kumpel abgeholt wurden. Eine Schockminute war die Information von Michal, dass Prag im Laufe des Tages fuer mehrere Stunden geschlossen werden musste wegen Schneefalls. Sollte ich etwa nicht abfliegen? Ein Anruf beim Flughafen brachte ein bestimmtes "vielleicht", wir entschlossen uns also, es zu versuchen. Zum Abschied habe ich noch kurz Tante Svjeta aufgeweckt (Rache ist süß!), und dann ging's ab zum Flughafen. Mit auf dem Weg: eine kleine Flasche von diesem Perzovka-Zeug, dass ich ja schon in meiner ersten Woche hassen gelernt hatte. Allerdings nur eine kleine, man lernt ja dazu. Und der Kreis schloss sich.

Am Flughafen angekommen führte mich Michal ein wenig rum (das winzige Gebäude, welches ich bei meiner Ankunft gesehen hatte war nur ein Teil des Flughafens - der Abflugbereich war zwar alles andere als groß, aber immerhin erheblich größer und vor allem erheblich flughafen-ähnlicher als der andere), bevor sie sich dann um kurz vor eins auf den 50 Kilometer langen Rückweg in die Stadt machten. Von da an hiess es Langweile. In solchen Fällen danke ich der Zeitverschiebung, die es ermöglicht, SMS mit der Heimat zu schreiben, weil die Leute doch irgendwie noch wacher sind als in Samara! Irgendwann ging meine Handybatterie zur Neige, und das war auch etwa der Punkt, als die Dinge merkwürdig wurden. Eigentlich hätte das Boarding für das Flugzeug längst beginnen sollen, aber nichts geschah. Man hörte noch nicht einmal eine Durchsage, dass das Flugzeug aus Prag gelandet sei. Sollte es tatsächlich ausfallen?

Nein, es hatte nur Verspätung. Da ich nur 50 Minuten zum Umsteigen in Prag hatte, war ich nicht sonderlich überrascht, als mir der freundliche CSA-Mitarbeiter mitteilte, dass ich leider meinen Anschlussflug nach HH nicht bekommen wuerde. Sie würden mich statt dessen auf einen Lufthansaflug eineinhalb Stunden später buchen. Weniger Glück hatte eine junge Frau aus Stuttgart, die mit dem gleichen Problem, aber ohne einen Flug eineinhalb Stunden später konfrontiert war und sich nun auf einen zehnstündigen Aufenthalt in Prag einstellen durfte. Glück im Unglück für mich.

Nun, es wurde dennoch stressig, denn das Flugzeug hatte so viel Verspätung, dass ich selbst den LH-Flug fast verpasst hätte. Zusätzlich gefördert wurde das durch schlechte Beratung seitens der CSA-Mitarbeiter, und so kam ich erst fünf Minuten vor dem eigentlichen Abflugtermin am Gate an. Was auch der Grund dafür sein dürfte, warum mein Gepäck nicht mitflog.

Und so kam ich dann zur Gepäckermittlung, siehe oben. Inzwischen hat mich das Jetlag aus dem Bett geholt, und mein Gepäck ist immer noch nicht da. Die Lufthansa-Homepage sagt immerhin, dass es schon am Flughafen angekommen sei, ich werde jetzt also mal da anrufen und fragen, wann ich denn damit rechnen kann, meine Sachen zu bekommen.

Schön, wieder zu Hause zu sein!
14.3.06 07:35


Also gut. Der vorletzte Tag ist fast vorbei. Ich war mit Michal und Vitalii unten in der Stadt, wir haben ein wenig Pizza gegessen und ich habe Vitalii das geschmackloseste Geschenk gemacht, das ich jemals jemandem gegeben habe, und geben werde. Genau genommen ist es auf der nach unten ja bekanntlich nicht offenen Geschmacksskala soweit unten, dass nur noch sehr sehr wenig zwischen es und die absolute Untergrenze passen wuerde. Gefreut hat er sich trotzdem...

Was bleibt nach dem Aufenthalt hier? So genau weiss ich das natuerlich auch nicht, aber eins ist schonmal sicher: die wenigsten meiner Vorurteile haben sich bestaetigt. Meine Leber ist nicht das mit Haken und Oesen bewaehrte Dinge aus Stahl, das ich prophezeit (bekommen) hatte. Ich lebe noch, wurde kein einziges Mal ausgeraubt, nicht umgebracht und habe keine fiese Infektionskrankheit auszustehen gehabt.

Ich glaube, dass ich heute einige Dinge viel mehr zu schaetzen weiss, als das noch vor einem halben Jahr der Fall war. Dass mir einiges klar geworden ist hier, und dass einfach vieles in einem vollkommen anderen Licht erscheint.

Darueber hinaus habe ich hier Freunde gefunden. Ich hatte mit Bekannten gerechnet - doch Slava und Michal sind wirklich Freunde geworden, die ich sehr vermissen werde. Nun gut, Michal kommt ja schon Ende Juni nach Stuttgart. Und Slava hat mich fuer den Sommer nach Moldawien eingeladen. Mal schauen, ob das klappt.

Ich bin gespannt, ob ich mich hier veraendert habe. Anzunehmen ist es natuerlich, und ich vermute es auch stark - das endgueltige Urteil ueberlasse ich jedoch denen, die mich noch in der "alten" Form kennen.

Zum Schluss ein letzter Gruss aus Russland, der naechste (und vermutlich letzte) Eintrag erfolgt dann schon wieder von heimischem Boden aus. Ich freue mich auf jeden einzelnen von Euch!

Bis bald!
11.3.06 19:36


Lieber Lars,

DAS WAR'S!

Ahahaha! Der Vortrag ist vorbei, ich muss nur noch mein Buero ausraeumen und kann dann das Wochenende in vollsten Zuegen geniessen.

Der Vortrag selbst war mit etwa 20 Leuten einigermassen gut besucht. Im Grossen und Ganzen bin ich denke ich ganz gut zurechtgekommen. Was natuerlich nicht fehlen durfte war eine absolut gemeine Mega-Detailfrage, die der normale Student keinesfalls beantworten kann. Als ich es dann doch konnte, setzte der Herr Dozent noch einen drauf und meinte, ich solle doch mal ein paar Formeln an die Tafel schreiben und meine Aussage belegen. Das war dann auch fuer mich zuviel und ich musste mich geschlagen geben.

Es gibt darueber hinaus natuerlich ein Video der ganzen Veranstaltung, wobei ich allerdings um die Tonqualtiaet nicht weiss. Ich werde aber hoechst wahrscheinlich die Moeglichkeit haben, das ganze nochmal life zu analysieren und Revue passieren zu lassen!

Was tue ich jetzt? Schritt 1: raus aus dem Anzug. Dann schnappe ich mir das Akkordeon und gehe zu Vitalii, wo Michal auch schon ist. Wir werden einen gemuetlichen Abend mit Musik und Bier machen, nichts aufregendes. Morgen schlafe ich aus. Abends geht's nochmal in die Disko (die, in der alles begann... der Eintrag ueber Kopfschmerzen findet sich irgendwo Anfang Oktober), am Samstag packe ich. Und dann war's das. Ich denke aber, ich melde mich nochmal, bevor ich abreise!
9.3.06 13:05


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